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Zu Besuch bei XMG

Wie werden eigentlich High-End-Notebooks gebaut? Wegen Fragen wie diesen war ich im März zu Gast bei XMG in Leipzig. Welche Faktoren sind beim Zusammenbau wichtig, wie kann überhaupt eine so hohe Konfigurierbarkeit angeboten werden? Einen kleinen Einblick möchte ich euch hier geben.

 

Dieser Blog-Post ist eine Fortsetzung des VLOGs meines Besuchs. Während ich auf YouTube nur eine einminütige Zusammenfassung gegeben habe, möchte ich hier nochmal etwas mehr ins Detail gehen. Vorab möchte ich sagen: Ja, ich werde offiziell von XMG gesponsert. Dennoch werde ich versuchen, diesen Post so neutral wie möglich zu halten; dass mich vieles, was ich gesehen habe, beeindruckt hat, möchte ich trotzdem nicht leugnen 🙂

 

Die Sache mit der Konfigurierbarkeit

Besucht man die Website von XMG mit dem Gedanken, sich ein neues Notebook zuzulegen, merkt man schnell: Das kann ziemlich technisch werden. Natürlich gibt es Empfehlungen und Standard-Ausführungen; aber die allermeisten Bauteile können individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Ich habe es nicht nachgerechnet, aber pro Modell kommen wir sicher auf mehrere tausend mögliche Konfigurationen. (EDIT: Ich habe es nachgerechnet. Beim U717 wären es z.b. 40 Milliarden1. lol.)

 

Lasst mich ein Beispiel machen: Mein aktueller Laptop von XMG, die (inzwischen veraltete) 2016er-Variante des XMG P507. Standartmäßig ausgeliefert mit einem Intel i5 und einer GTX 1070. Obwohl dieser Prozessor für die meisten Games reichen dürfte, kommt man bei der Videobearbeitung gerne mal an seine Grenze. Also musste ein i7 her. Ebenfalls wurden mit derselben Begründung 32 GB statt 16 GB Ram eingebaut. Der Speicher muss schnell sein, um Videos schneiden zu können. Also haben wir zwei SSDs statt einer HDD verbaut. Zum Schluss wollte ich noch das beste WLAN-Modul… ich hasse es, wenn ich wegen der Hardware keinen Empfang habe.

 

Das ist nur eine mögliche Konfiguration. Um ein Gegenbeispiel zu bringen: Mein Apple MacBook Pro. Hier lassen sich nur Prozessor, Arbeitsspeicher und SSD wählen. Und das auch noch zu undurchsichtigen Preisen. Ich bin überhaupt kein Fan von dieser Preisgestaltung. Wenn XMG nur mal ein 13-Zoll-Modell raus bringen würde…

 

Nach oben gibt es quasi keine Grenze. Die teuersten XMG-Notebooks kommen mit zwei (!) GTX 1080 im SLI-Verbund und einem Desktop-Prozessor der K-Serie. Und all diese Konfigurationen werden in Deutschland zusammengebaut.

 

Alles von vorne

Als allererstes wurde mir das Retoure-Team vorgestellt. Dort landen alle Geräte, die entweder defekt sind oder beschädigt wurden. Sieht ein bisschen aus, wie ein riesiges Technik-Labor. Überall stehen Laptops und Backpacks rum, alle Tische sind voll mit Werkzeug, überall wird gemessen und getestet.

 

Nebenan ist das Warenlager. Hier liegt alles von Notebook-Tasche über Merchandise bis Roh-Case. Um auch Support für ältere Modelle bieten zu können, gibt es außerdem ein Extra-Lager für veraltete Modelle und Komponenten, die so gar nicht mehr verkauft werden.

 

Einen Raum weiter ist die hauseigene „Forschungsabteilung“. Hier wird bei Bedarf mit neuer Hardware getestet und geschaut, was sich davon für neue Produkte oder das nächste Versions-Upgrade eignet. Leider gab es aktuell keine spannenden Neuheiten – das hätte mich wirklich interessiert.

 

Das Herz der Produktion

Als nächstes wurde ich in den wahrscheinlich spannendsten Raum der Produktion begleitet: Das Komponentenlager. Sowas habe ich noch nie gesehen: Ein ganzer Raum, zugestellt mit Regalen voller Hardware. Verpackungen mit hunderten von Prozessoren, Arbeitsspeicher-Riegeln und Festplatten.

 

Jedes Bauteil, was im Online-Shop von XMG konfiguriert werden kann, lagert hier. Ebenfalls alle Dinge, an die man nicht direkt denkt, wie Software, Spiele oder Akkus. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld das alles zusammen wert war. Kein Wunder, dass für den Zutritt nochmal ein zusätzlicher Schlüssel und eine extra Genehmigung notwendig war.

 

Ein Laptop, alle paar Minuten

Im Komponentenlager werden alle zuvor konfigurierten Bauteile gesammelt und in einer versiegelten Box verpackt. Diese wandert dann zusammen mit dem Roh-Case und dem Bestellschein zum Zusammenbau.

 

Der Zusammenbau selbst ist relativ unspektakulär. Abhängig von der gewählten Konfiguration wird das Case aufgeschraubt, die versiegelte Box geöffnet, alle Komponenten verbaut, alles sauber notiert und dann an die nächste Station weitergegeben. Bemerkenswert ist höchstens die Geschwindigkeit der Montage, jeder Handgriff sitzt. Und ich bekomme nicht mal einen Stuhl in weniger als einer Stunde aufgebaut…

 

Im letzten Schritt wird der fertig zusammengestellte Notebook getestet und mit der bestellten Software wie z.B. einem Betriebssystem versehen. Interessant hierbei ist, dass dieser Schritt, wie auch alle Schritte zuvor, genau protokolliert wird. Es verschwindet nicht einfach irgendwelche Hardware oder Bauteile kommen aus dem Nichts. Wird später ein Fehler entdeckt, lässt sich der Weg des Bauteils durch alle Instanzen bis zum Wareneingang zurückverfolgen. So wird die Qualität über einzelne Produkte hinaus sichergestellt.

 

Und ab geht’s!

Das fertige Notebook wird verpackt und adressiert, zusammen mit vielen anderen am Eingang gesammelt und dann dem Versand übergeben. An dieser Stelle endet sein Aufenthalt bei XMG – genau wie auch meiner.

 

Ich hoffe, dass dieser kleine Einblick für euch spannend war. Wenn ihr das Ganze gerne in Videoform sehen würdet, schaut in meinem XMG-VLOG vorbei. Ansonsten wünsche ich euch noch einen schönen Tag, bis bald!

 

1: Ernsthaft, hab ich nen Rechenfehler? 2 x 3 x 9 x 12 x 20 x 20 x 29 x 29 x 4 x 11 x 4 = 38,365,747,200

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